Godescalc Evangeliar
Purpur, Gold und kaiserlicher Anspruch
Die außergewöhnliche Pracht des Codex zeigt sich in den Materialien: Fast 250 Seiten sind purpurgefärbt und mit Gold- und Silbertinte beschrieben. Diese kostbare Ausführung knüpft bewusst an spätantike Kaiserhandschriften an.
Die Schrift ist in monumentaler Unziale ausgeführt, während kunstvolle Rahmen, Flechtbandornamente und Initialen das Erscheinungsbild prägen.
Der Bildzyklus – Antike und christliche Symbolik
Den Auftakt bildet ein Zyklus von sechs ganzseitigen Miniaturen mit den vier Evangelisten sowie Christus in Majestät. Den Abschluss bildet die Darstellung des Lebensbrunnens (Fons Vitae), der die Einheit der Evangelien symbolisiert.
Die Darstellungen verbinden antike Formensprache mit christlicher Ikonografie und zeichnen sich durch leuchtende Farben, goldene Nimben und eine außergewöhnliche Detailfülle aus.
Kunstvolle Ausstattung und Schriftkultur
Ein prächtiges „IN“-Monogramm eröffnet den Text, während weitere Seiten durch fein ausgeführte ornamentale Motive bereichert werden. Die Kombination aus Unziale und karolingischer Minuskel zeigt die Entwicklung der Schriftkultur im Reich Karls des Großen.
Ein kaiserlicher Auftrag
Das Evangelistar wurde im Auftrag Karls des Großen und seiner Gemahlin Hildegard geschaffen, vermutlich anlässlich einer Romreise. Der Schreiber Godescalc nennt sich selbst in der Widmungsinschrift – eine seltene Besonderheit.
Überlieferung und heutiger Aufbewahrungsort
Seit dem Mittelalter befand sich die Handschrift in Toulouse und wurde 1793 an Napoleon Bonaparte übergeben. Heute wird sie in der Bibliothèque nationale de France aufbewahrt.
Das Werk gilt als eines der frühesten und bedeutendsten Beispiele karolingischer Buchmalerei.
Steckbrief
Godescalc - Evangeliar | |
| Entstehungsjahr | 781 – 783 n.Chr. |
| Entstehungsort | vermutlich Würzburg, Germany |
| Umfang | 127 Seiten |
| Künstler/Werkstatt | Godescalc |
Die Edition
Godescalc – Evangeliar | |
| Format | 31,2 cm x 21 cm |
| Limitierung | 98 Exemplare in arabischer und 20 Ecemplare in römischer Schrift |
| Miniaturen | 6 ganzseitige Miniaturen; 1 verziertes Monogramm; mehr als 250 mit Purpur gefärbte, gerahmte Textseiten |
| Bucheinband | Ledereinband |
| Sprache | Latein |
| Verlag | Faksimile Verlag |
Fragen und Antworten
Ein karolingisches Evangelienbuch aus dem 8. Jahrhundert für den liturgischen Gebrauch.
Zwischen 781 und 783
Der Schreiber der Handschrift, der sich selbst in der Widmung nennt.
Es gilt als eines der frühesten Hauptwerke der karolingischen Buchmalerei.
Purpur-Pergament mit Gold- und Silberschrift.
Sechs ganzseitige Miniaturen zu Beginn.
Ein Symbol für die Einheit der Evangelien.
Unziale und karolingische Minuskel.
Karl der Große und Hildegard.
In der Bibliothèque nationale de France in Paris.