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Eine Woche in Paris – Im Zeichen der Bibliophilie und der „Très Riches Heures“

Eine außergewöhnliche Woche voller Kunst, Geschichte und Begegnungen

Vom 12. bis 19. Juni 2025 war die Universal Art Group zu Gast in Paris – und erlebte eine Woche voller besonderer Momente, intensiver Gespräche und beeindruckender Entdeckungen. Der Auftakt war unsere erstmalige Teilnahme am renommierten Salon International du Livre rare et des Arts Graphiques (SLAM 2025). Im Anschluss durften wir gemeinsam mit 15 internationalen Journalisten eine exklusive Pressereise nach Chantilly und zur Bibliothèque nationale de France unternehmen – ein kulturelles Erlebnis der Extraklasse.

SLAM 2025 – Die Premiere im Herzen von Paris

Universal Art Group auf dem Salon International du Livre Rare

Zum ersten Mal war die Universal Art Group auf dem SLAM vertreten – und das mit einem eigenen Stand (A3) im Carreau du Temple, einem der schönsten Messeorte Frankreichs. Vom 13. bis 15. Juni präsentierten wir eine kuratierte Auswahl meisterlicher Faksimile-Editionen, bibliophiler Raritäten und hochwertiger Kunstrepliken.

Der Salon International du Livre rare et des Arts Graphiques ist weit mehr als eine Messe. Er ist ein kulturelles Ereignis, das das schriftliche Erbe Europas feiert und internationale Sammler, Bibliothekare, Kunstexperten und Liebhaber der Buchkunst zusammenbringt.

Höhepunkt Chantilly – Die „Mona Lisa“ der Handschriften

Eine exklusive Pressereise mit einzigartigem Einblick

Im Anschluss an die Messe begaben wir uns auf eine exklusive Pressereise nach Chantilly, organisiert in Kooperation mit Panini Cultura. Im ehrwürdigen Salon du Roi des Musée Condé wurden wir von Mathieu Deldicque (Direktor des Museums und Conservateur en chef du patrimoine) sowie Marie-Pierre Dion (Kuratorin der Bibliothek) herzlich empfangen.

An diesem besonderen Ort fand die feierliche Präsentation unseres kommenden Faksimiles statt: der „Très Riches Heures du Duc de Berry“, eines der berühmtesten Stundenbücher der Kunstgeschichte. Das Werk gilt als ein Meilenstein der Buchmalerei und wird aufgrund seiner Pracht oft als „Mona Lisa“ unter den Handschriften bezeichnet.

Charlotte Kramer, Verlegerin der Verlage Müller und Schindler sowie des Faksimile Verlags, stellte das geplante Faksimile vor, das in Zusammenarbeit mit Lucia Panini von Gruppo Panini Cultura Ende des Jahres erscheinen wird.

Ausstellung „Très Riches Heures“ – Ein Blick auf die Kalenderblätter

Im Anschluss erwartete uns eine exklusive Führung durch die Sonderausstellung der „Très Riches Heures“, persönlich geleitet von Museumsdirektor Mathieu Deldicque. Einmalig: Während der laufenden Restaurierung wurden die berühmten Kalenderblätter aus dem Codex ausgebunden – und sind nun nur für kurze Zeit einzeln, hinter Glas zu bestaunen.

Alle 15 Tage wird eine neue Doppelseite aus dem Stundenbuch präsentiert. Diese außergewöhnliche Ausstellung ermöglicht es, tief in das ikonografisch und farblich überwältigende Werk einzutauchen – ein Erlebnis, das sich selbst für Kenner der Buchkunst wie eine Offenbarung anfühlte.

Ein besonderes Zeichen der Wertschätzung gegenüber diesem Meisterwerk setzt Charlotte Kramer, Verlegerin der Verlage Müller und Schindler sowie des Faksimile Verlags, auch als Mäzenin: Sie unterstützt aktiv die Restaurierungsarbeiten an der Handschrift und übernimmt das Sponsoring des Kalenderblatts „April“ – ein weiterer Beitrag zur Bewahrung dieses einzigartigen Kulturerbes.

Diese Ausstellung ist in jeder Hinsicht eine once-in-a-lifetime-Gelegenheit: Noch nie zuvor – und wohl kaum je wieder – wird es möglich sein, die „Très Riches Heures“ in dieser Form zu erleben. Ein Ereignis, das selbst für Kenner der Buchkunst tief bewegend war und für alle Besucher unvergesslich bleiben wird.

„Die Très Riches Heures in dieser Form präsentieren zu dürfen – und die Restaurierung aktiv zu unterstützen – ist für mich ein ganz besonderer Moment, sowohl als Verlegerin als auch als Kunstliebhaberin. Diese Handschrift ist weit mehr als ein Meisterwerk der Buchmalerei: Sie ist ein Kulturgut, das gesehen, erforscht und für kommende Generationen bewahrt werden muss.”

– Charlotte Kramer, Verlegerin der Verlage Müller und Schindler sowie des Faksimile Verlags

Schloss, Bibliothek und Étienne Chevalier – ein alter Bekannter

Nach einem köstlichen Mittagessen im Restaurant La Capitainerie ging es weiter zur Besichtigung des prachtvollen Schlosses Chantilly. Besonders beeindruckend war die dortige Bibliothek, eine der bedeutendsten Sammlungen Frankreichs mit zahlreichen Meisterwerken mittelalterlicher Buchkunst.

Ein besonderes Augenmerk verdient dabei auch das berühmte Stundenbuch des Étienne Chevalier von Jean Fouquet, das heute in Chantilly aufbewahrt wird. Die einzelnen Miniaturen dieses herausragenden Werks sind auf verschiedene Institutionen weltweit verteilt – darunter das Metropolitan Museum in New York und das British Museum in London.

Dank der aufwendig hergestellten Faksimile-Edition im Verlag Müller und Schindler ist es jedoch gelungen, alle bekannten Blätter in einem Band wieder zu vereinen. Damit wird nicht nur ein bedeutendes Kunstwerk der französischen Renaissance erlebbar gemacht, sondern auch ein Stück kultureller Einheit symbolisch wiederhergestellt – ein hervorragendes Beispiel für den Wert und die Relevanz moderner Faksimilierung.

Ein Blick hinter die Kulissen: Die BnF Site Richelieu

Am darauffolgenden Tag führte uns unsere Reise in die Bibliothèque nationale de France, Site Richelieu. Dort erhielten wir eine exklusive Führung hinter die Kulissen der Digitalisierung. Wir konnten live miterleben, wie ein mittelalterliches Manuskript mit modernster Technik gescannt und für die Nachwelt digital konserviert wird.

Ein besonderes Highlight war die persönliche Führung durch Prof. Dr. Eberhard König, einen der renommiertesten Kunsthistoriker auf dem Gebiet der Buchmalerei des späten Mittelalters. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Buchmalerei der Spätgotik und der Renaissance, mit besonderem Fokus auf die französische Buchkunst um 1450 – also genau jener Epoche, in der die „Très Riches Heures“ entstanden sind.

Im Rahmen der exklusiven Führung durch die BnF teilte Prof. König sein umfassendes Wissen mit uns – nicht nur zur berühmten Handschrift der Très Riches Heures, sondern auch zu weiteren kostbaren Werken der französischen Buchmalerei sowie zur kulturellen Blütezeit jener Epoche. Seine Erläuterungen zum historischen, künstlerischen und ikonografischen Kontext machten diesen Besuch zu einem ebenso fundierten wie eindrucksvollen Erlebnis – ein fachlicher Höhepunkt unserer Reise.

Ein unvergesslicher Abschluss

Bei einem gemeinsamen Mittagessen in einer typischen französischen Brasserie ließen wir diese intensive, bereichernde Woche Revue passieren. Unser herzlicher Dank gilt allen Mitreisenden, unseren Partnern, Unterstützern und Organisatoren. Es war eine unvergessliche Zeit voller Inspiration, Austausch und Vorfreude auf das, was kommt.

Ausblick: Das Faksimile der „Très Riches Heures“

Mit besonderer Vorfreude blicken wir nun auf den Herbst 2025: Dann erscheint im Faksimile Verlag, in Kooperation mit Panini Cultura, die exklusive Faksimile-Edition der „Très Riches Heures du Duc de Berry“ – ein Meilenstein in unserer Verlagsgeschichte und ein kulturelles Ereignis von internationaler Bedeutung.

Bleiben Sie gespannt – wir halten Sie auf dem Laufenden!