Stundenbuch des Étienne Chevalier

Stundenbuch des Étienne Chevalier

Die 47 Miniaturen aus der Hand Jean Fouquets – ursprünglich ein vollständiges Stundenbuch – wurden schon sehr früh als eines der größten Meisterwerke der abendländischen Buchmalerei erkannt. Durch die Zerlegung – wohl im 18. Jahrhundert – ist dieses Meisterwerk der Buchkunst nur mehr als Fragment erhalten. Besonders eindrucksvoll ist die phantastisch-raffinierte Ausführung der Miniaturen, in denen italienische und flämische Einflüsse zu einem einzigartigen Kunstwerk verschmelzen.

Art.Nr.: 72068

Signatur: 

  • Bibliothèque nationale de France, Paris - n.a. lat. 1416
  • Louvre, Departement des Arts graphiques, Paris - R.F. 1679
  • Musée Marmottan, Paris
  • British Library, London - Add. 37421
  • Upton House, Collection Lord Bearsted, Warwick, England
  • Collection De Kesel, Deurle, Belgien
  • Metropolitan Museum New York

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Das Stundenbuch des Étienne Chevalier
 

JEAN FOUQUETS GRÖSSTES MEISTERWERK ENDLICH ALS FAKSIMILE

Das Schicksal dieser berühmten Handschrift liegt bis heute im Dunkeln. Der Auftraggeber hingegen ist bekannt: es handelt sich um Étienne Chevalier, Schatzmeister Frankreichs unter der Regierung König Karls VII. (1422–1461). Das Meisterwerk dürfte in der Familie verblieben sein – bis zu Étiennes letztem direktem Nachkommen: Nicolas Chevalier, Baron von Crissé (1562–1630). Dann verliert sich die Spur – schon gegen Ende des 17. Jahrhunderts ist der Besitzer unbekannt, als der Gelehrte und „Antiquar“ Roger de Gaignières die Handschrift sieht – sie ist offenbar noch intakt – und zwei der Miniaturen reproduziert.
Es ist wohl die außergewöhnlich hohe Qualität der Miniaturen und ihr Charakter, der die Handschrift zum Opfer fällt, denn irgendwann nach de Gaignières wurde die Handschrift zerlegt. Zunächst wurden alle Texte, die zu den Miniaturen gehörten, überdeckt. Über die näheren Umstände ist nichts Genaueres bekannt. Nachvollziehen lässt sich das Aufbringen der „Bilder“ auf Eichentäfelchen. Insgesamt 40 Miniaturen sind daher unter Passepartouts auf Tafeln aufgezogen erhalten. Diese Serie gelangte – in den Wirren der Französischen Revolution seit 1789 – über die Familie Brentano in die Hände des Herzogs von Aumale. Seitdem sind die 40 „Bilder“ im Schloss von Chantilly ausgestellt, im „Santuario“, einem Raum, der eigens vom Herzog für diese Kunstwerke adaptiert wurde.
Andere, der Handschrift zuzuordnende Einzelblätter wurden nach und nach in verschiedenen Sammlungen oder bei Auktionen wiederentdeckt. Wo die einzelnen Blätter bis dahin waren, ist nicht bekannt. Heute befinden sich die Einzelblätter in verschiedenen Bibliotheken der ganzen Welt – erst die Faksimile-Edition ermöglicht es, sie wieder zusammenzuführen.

EIN JAHRHUNDERT-KÜNSTLER:  JEAN FOUQUET

Gerade erst von einer Bildungsreise aus Rom (und wohl auch Florenz) zurückgekehrt, fiel er dem bedeutenden Kunstmäzen und Schatzmeister Frankreichs, Étienne Chevalier, sofort auf: Fouquets Malerei vereinigte zwei der bedeutendsten Kunstströmungen Europas, die flämische und die italienische, zu einer bis dahin noch nie dagewesenen Modernität und Ausdruckkraft. Jean Fouquet war zweifelsfrei einer der größten Buchmaler der Kunstgeschichte. Sein Stundenbuch für Étienne Chevalier zeigt das in jeder einzelnen der 47 Miniaturen.
Seit den 1450er Jahren stand
er im Dienst König Karls VII. und dann Ludwigs XI., dessen Hofmaler er 1475 wurde. Zu seinen Auftraggebern zählten neben Étienne auch andere hohe Beamte des Staates wie
der Kanzler Guillaume Juvénal des Ursins. Für Étienne schuf er neben dem Stundenbuch auch das Diptychon von Melun (um 1455) – zwei der bekanntesten Werke der französischen Buch- und Tafelmalerei des 15. Jahrhunderts. Ein Emaille-Medaillon mit einem Selbstbildnis Fouquets auf dem Rahmen des Diptychons zeugt von seiner selbstbewussten Künstlerindividualität.

EIN NEUES MINIATUREN-KONZEPT

Jede einzelne der 47 Miniaturen ist eine Welt für sich. Fouquet demonstriert mit seinen Neuerungen seine großartige Inspiration:  in seiner Seitenaufteilung, die sein herausragendes Können beweist, die ihn die Szenen in noch nie dagewesener Art neu interpretieren lassen – solche, die geläufig in den Augen seiner Zeitgenossen sind, und solche, die kaum verwendet werden. Zu gleichen Maßen führt Fouquet Elemente ein, die an aktuelle Ereignisse und das Leben seiner Zeit angelehnt sind.
 

Steckbrief

Das Stundenbuch des Étienne Chavalier
 

EntstehungsjahrNach 1452
EntstehungsortParis
Bibliothek
  • Bibliothèque nationale de France, Paris - n.a. lat. 1416
  • Louvre, Departement des Arts graphiques, Paris - R.F. 1679
  • Musée Marmottan, Paris
  • British Library, London - Add. 37421
  • Upton House, Collection Lord Bearsted, Warwick, England
  • Collection De Kesel, Deurle, Belgien
  • Metropolitan Museum New York
Signatur72068
Umfang47 Blätter
MiniaturenJe vier Miniaturseiten unter einem Passepartout
GenreStundenbuch
Künstler/Werkstatt Jean Fouquets

 

Die Edition

Das Stundenbuch des Étienne Chavalier
 

Format19,7cm x 15,2cm
16,5 x 12cm
Limitierung1000 nummerierte Exemplare
BucheinbandSchmuckkassette aus echtem Leder mit der Replik einer Münze mit dem Bildnis Jean Fouquets auf dem Vorderdeckel
Kommentarband (Sprache) Von Eberhard König
VerlagMüller und Schindler
Artikelnummer72068

 

Fragen und Antworten

Who was the patron of the famous manuscript 'the Hours of Étienne Chevalier'?

The patron of the manuscript was Étienne Chevalier, Treasurer of France under King Charles VII (1422–1461).

Why was the manuscript 'the Hours of Étienne Chevalier' dismantled, and how was it processed?

The manuscript ‘the Hours of Étienne Chevalier’ was dismantled due to the extraordinary quality of its miniatures. All the texts associated with the miniatures were covered, and the miniatures themselves were mounted on oak panels. A total of 40 miniatures have survived and are displayed in the Château de Chantilly.

How many miniatures does the Hours of Étienne Chevalier contain?

The Hours of Étienne Chevalier contains 47 miniatures, created by Jean Fouquet.

Who discovered two miniatures from the manuscript 'the Hours of Étienne Chevalier' in the 17th century?

The scholar and antiquary Roger de Gaignières discovered two miniatures from the manuscript ‘the Hours of Étienne Chevalier’ in the late 17th century and reproduced them.

Where are the individual leaves of the manuscript 'the Hours of Étienne Chevalier' located today?

The individual leaves of the manuscript ‘the Hours of Étienne Chevalier’ are now held in various libraries around the world. They were only reunited through the facsimile edition.

How did Jean Fouquet's educational trip to Rome and Florence influence his artistic development?

The trip allowed Fouquet to study both Flemish and Italian art movements, which he combined in his work to create a new, modern form of expression, establishing him as one of the greatest manuscript painters in art history.

What role does the Melun Diptych play in Jean Fouquet’s oeuvre?

The Melun Diptych, created around 1455, is one of the most renowned works of 15th-century French panel painting, showcasing Fouquet’s talent in depicting religious scenes and his ability to introduce new artistic concepts.

How do the miniatures of the Hours of Étienne Chevalier reflect the society and era of the 15th century?

Jean Fouquet incorporated elements in his miniatures that referenced contemporary events and life in the 15th century, reinterpreting traditional scenes in an innovative way, thus mirroring the time and society in his art.

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