Vera Mariz
Im Mittelpunkt dieses Buches steht Calouste Gulbenkians entschlossener Wille, seine geschätzte Kunstsammlung auch nach seinem Tod unversehrt zu bewahren. Erzählt wird die Geschichte der Entstehung des Gulbenkian Museum in Lissabon.
Ausgangspunkt ist das Bemühen der Calouste Gulbenkian Foundation, die 1956 gegründet wurde, eine außergewöhnliche Kunstsammlung wieder zusammenzuführen, die damals auf Paris, Washington D.C. und London verteilt war. Das Buch beleuchtet die rechtlichen, diplomatischen und praktischen Maßnahmen, die diese anspruchsvolle Aufgabe ermöglichten, und zeichnet zugleich die Planung eines Museums nach, das von den fortschrittlichsten museologischen Konzepten der 1950er- und 1960er-Jahre geprägt war. Dabei bestimmten die Kunstwerke selbst maßgeblich die Entscheidungen in Architektur, Ausstellungsdesign und Museografie.
Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem der zentralen Rolle, die die erste Generation portugiesischer Kuratorinnen sowie internationale Beraterinnen und Berater spielte – von der Katalogisierung der Werke über Probeausstellungen bis hin zur endgültigen Präsentation der Sammlung.
Letztlich zeigt der Band, wie die Stiftung den Geschmack und die Persönlichkeit Gulbenkians in eine museale Form übersetzte und dadurch eine einzigartige und bis heute prägende Institution schuf.